Die 18-jährige Paz soll nach einer verpatzten Abiturprüfung endlich den Ernst des Lebens kennen lernen. Ihr Vater, Taxifahrer Velasco, nimmt sie mit zu seinen Kollegen Calero, Niño und Reme, um sie in seine Schicht einzuteilen. Bei der Arbeit schnappt das clevere Mädchen verschlüsselte Funksprüche auf. Die 'Familie', eine geheime Organisation, will mit gewalttätigen Aktionen gegen Ausländer, Drogensüchtige und andere Minderheiten vorgehen. Paz freundet sich mit dem nur wenig älteren Dani an, dessen Vater nach einem Überfall auf sein Taxi im Rollstuhl sitzt. Von dem extrem rassistischen Calero zu einem Anschlag auf eine Einwanderersiedlung angestachelt, kann Dani das Ausmaß seines Handelns erst begreifen, als Paz die Beziehung zu ihm beenden will...

Mit seinem ebenso engagierten wie spannenden Politthriller warnt der renommierte Regisseur Carlos Saura vor neofaschistischen Tendenzen in seiner Heimat. Saura schließt hier an seine frühen, engagierten Arbeiten wie "Die Straßenjungen" (1959) oder "Die Jagd" (1965) an. Das Klima von Fremdenhass, latentem Rechtsradikalismus und Faschismus, resultierend unter anderem aus der nicht bewältigten Franco-Ära, bringt der Film durch zahlreiche aktuelle Bezüge auf den Punkt. Saura hat diese soziale Bestandsaufnahme in eine sehr emotionale Liebesgeschichte eingebettet. Der letzte Film des Spaniers, der in den deutschen Kinos lief und - wie "Im Schutz der Nacht" - ebenfalls von Kameramann Vittorio Storaro gefilmt wurde, war "Goya in Bordeaux", das Porträt des ersten großen Vertreters der modernen Malerei.