Marie Siebrecht denkt ein Jahr nach der Geburt ihrer Tochter Nora darüber nach, wieder in ihren Beruf zurückzukehren; Ehemann Holger freut sich schon auf zwei Monate Elternzeit, in denen er ganz für ihre gemeinsame Tochter da sein will. Doch dann erreicht sie eine Nachricht, mit der sie nie gerechnet hätten: Das Jugendamt teilt ihnen mit, dass ihr Kind in der Klinik vertauscht wurde. Von einem Tag auf den anderen stürzen die Siebrechts in eine emotionale Hölle ...

Dieses gut gespielte und feinfühlig in Szene gesetzte Drama inszenierte Regisseurin Christiane Balthasar nach einer Vorlage von Regine Bielefeldt ("Delfinsommer", "Bloch - Vergeben, nicht vergessen"), die in ihrem Drehbuch eine Problematik verarbeitet, die immer wieder für Aufsehen sorgt: das unbeabsichtigte Vertauschen von Neugeborenen in Krankenhäusern. Zum Glück werden diese Irrtümer meist schon nach kurzer Zeit entdeckt, doch es sind auch Fälle bekannt, in denen Betroffene Jahrzehnte lang unwissend bei einer fremden Familie lebten. Doch wie geht man mit der Tatsache um, dass das geliebte Kind nicht das eigene ist? Die Schwierigkeiten, die mit einem Kindertausch verbunden sind, hat Balthasar hier gekonnt, wenn auch stellenweise etwas zäh, ausgelotet. Vor allem aber überzeugen Sonsee Neu und Anna Maria Mühe als die vom Seelenchaos gezeichneten Mütter.

Foto: MDR/Christiane Pausch