Heute kennt man ihren Namen kaum noch. Doch Magdalena Kopp war mit Ilich Ramírez Sánchez verheiratet, den man besser unter dem Namen Carlos, "der Schakal" kennt. Denn der Top-Terrorist verbreitete einst Angst und Schrecken und wurde als mehrfacher Mörder jahrelang gesucht. Magdalena Kopp war über viele Jahre die Frau an seiner Seite. Relativ behütet in der bayerischen Provinz aufgewachsen, begeisterte sich die junge Magdalena für die 68er-Protestbewegung und gründete in Frankfurt mit Gesinnungsgenossen die "Revolutionäre Zelle". Durch ihren linksradikalen Hintergrund fand sie schließlich den Weg zu ihrem späteren Ehemann und Vater ihrer Tochter Rosa.

Für diese Dokumentation von Regisseur Nadav Schirman zeigte sich Magdalena Kopp vor der Kamera und gab ihre Versionen der Ereignisse wieder. Leider hinterfragt der Filmemacher ihre Darstellungen viel zu wenig, ließ sich von ihrem zweifelhaften Charisma blenden. So erfährt der Interessierte wenig Aufschlussreiches, was etwa über das beeindruckende Biopic "Carlos - Der Schakal" hinaus geht. Lediglich durch Tochter Rosa, die sich mit der Vergangenheit ihrer Eltern auseinandersetzt, kommen erstmals Zweifel als Kopps Versionen, die sich mehr als Opfer denn als Täterin beschreibt. Insgesamt gibt es zwar ein paar interessante Aspekte zu der Terrorgeschichte, die jedoch zu wenig hinterfragt werden. Schade, das hätte ein richtig spannendes Porträt werden können.



Foto: RealFiction