1972 sorgte ein eher durchschnittlicher bis schlechter Pornofilm für Aufsehen: "Deep Throat" schaffte den Sprung aus den Schmuddelkinos in normale Kinosäle und avancierte bald zu einem absoluten Kassenschlager. Dabei ging es hier nur um eine scheinbar frigide Frau, die feststellen muss, dass ihre Klitoris im Hals steckt. So schluckt sie fortan einen Penis nach dem anderen. Doch es war nicht der Inhalt, sondern das Phänomen, dass jeder über diesen Film sprach. Nach über 30 Jahren beleuchtet nun diese Dokumentation das Event "Deep Throat".

Spannend wie ein Thriller gehen die Filmemacher dieser HBO-Produktion auf Spurensuche, befragen Prominente zu jenem Pornofilm, der auf der Höhe der sexuellen Revolution gleichzeitig eine ganze Gesellschaft revolutionierte. Außerdem wird gezeigt, was heute mit den Machern und Protagonisten passiert ist. So wird schnell klar, dass nicht der Regisseur und Produzent des Films reich wurde, sondern jene dubiosen Mafia-Leute, die den Film in die normalen Lichtspielhäuser brachten. Die 2002 durch einen Verkehrsunfall verstorbene Hauptdarstellerin Linda Lovelace stellte sich später gegen den Streifen, behauptete gar, unter Drogen zu den Handlungen gezwungen worden zu sein usw. usw. Am eindrucksvollsten stellen die Filmemacher unter Beweis, dass sich in den USA in puncto Zensur nach wie vor nichts getan hat. Eine wichtige, aufschlussreiche und überaus unterhaltsame Dokumentation.

Foto: Constantin