Die Geschichte wird von hinten aufgerollt: Marcus und Pierre stürmen aufgebracht in einen dubiosen S/M-Gay-Club, wo sie offenbar jemanden suchen. Pierre wird hier zum bestialischen Mörder. Den Grund für den (sinnlosen) Mord erfährt der Zuschauer erst später: Nach einem Partybesuch wurde Marcus' Frau Opfer einer brutalen Vergewaltigung ...

In Cannes galt Gaspar Noés Streifen als "Skandalfilm". Und wegen seiner Intensität und der deftigen, unerbittlichen, weil realistisch wirkenden Bilder, wird er auch hierzulande das Publikum spalten. Eines ist sicher: ein schöner Film ist dies nicht. Im Gegenteil: Hier wird auch dem Zuschauer übel mitgespielt und er gerät als Voyeur in eine unangenehme Lage. Filmisch ist das Ganze durch die Rückwärtserzählung (ähnlich wie "Memento") äußerst spannend, legt aber die Vermutung nahe, dass der Regisseur misanthropisch veranlagt ist. Besonders gut: das Ehepaar Monica Bellucci und Vincent Cassel, die hier große Teile ihres Spiels improvisiert haben.

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