Viele Jahre nach dessen Tod denkt der Filmemacher Uli M. Schueppel an sein Verhältnis zu seinem Vater zurück. Der damals 23-jährige, gerade ausgelernte Lehrer Horst E. M. Schueppel aus Döbeln, Sachsen, gründet 1946 (zusammen mit Wolfgang Mischnick und anderen) die FDP in der SBZ. Seit 1947 politische Verfolgung, Horst Schueppel weigert sich jedoch, in den Westen zu fliehen. 1949, im Gründungsjahr der DDR, wird Horst Schueppel wegen "Diversion und Spionage für den Imperialismus" zum Tode verurteilt, später zu "fünfmal Lebenslänglich begnadigt". Auf Druck der Besatzungsmacht wird Horst Schueppel ins sowjetische Arbeitslager Workuta im äußersten Norden des Ural verlegt, von wo er erst 1955 durch das Adenauer-Chruschtschow-Abkommen mit etwa 1000 anderen politischen Gefangenen freikommt. Horst Schueppel gründet im Westen eine Familie, wird Hochschullehrer in Frankfurt/Main und stirbt, kaum 60 geworden, vermutlich an den Spätfolgen von Gefangenschaft und Folter.