Jeder Mensch hat ein Geheimnis, einen dunklen Punkt, den er nicht berühren will. Ebenso ergeht es ganzen Familien. Ihrer liegt in einem Land, das gar nicht mehr existiert: Drei Familien, aus der geschätzten Zahl von 250000 politischen Gefangenen der DDR, kämpfen mit der Frage, wie viel Vergangenheit sie heute noch zulassen wollen. Über drei Generationen geprägt durch Trennung, Repression und Sippenhaft, sitzen manche Wunden so tief, dass sie über Jahrzehnte niemand aufreißen wollte. Jetzt werden die Kinder erwachsen und damit wächst der Druck, das alte Schweigeabkommen zu brechen. Doch wie stellt man seinen Eltern die richtigen Fragen nach ihren Gefängniserlebnissen? Will man als Kind überhaupt alles wissen? Und wer soll eigentlich den ersten Schritt machen?

Marc Bauder und Dörte Franke zeigen in ihrem berührenden Dokumentarfilm mit der nötigen Zurückhaltung die Auseinandersetzung dreier Familien mit den generationsübergreifenden Folgen der DDR-Vergangenheit. So wird das Werk zu einer Bestandsaufnahme im Umgang mit der jüngsten deutschen Geschichte, ohne das irgendetwas beschönigt wird.

Foto: GM-Films