Judas, Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns, nimmt unter den zwölf Jüngern Jesu eine Sonderstellung ein. Er ist überzeugt, dass Jesus der Messias ist, der eines Tages König der Juden sein wird und sie vom römischen Joch befreit. Doch die großen Erwartungen Judas' an Jesus werden jäh enttäuscht: Jesus ist nicht der erhoffte von Gott entsandte Krieger, der Judäa von der Unterdrückung der Römer in der Schlacht befreien wird. Einen Messias, der Nächstenliebe und Vergebung predigt, anstatt das Schwert zu schwingen, hatte Judas nicht erwartet. Er ist enttäuscht ob seiner unerfüllten Hoffnungen. Um Jesus zu provozieren, damit dieser endlich etwas gegen die Römer unternimmt, begeht Judas den folgenschweren Fehler, der Jesus ans Kreuz und damit den Tod bringt ...

Auch im neuen Jahrtausend wurde die Bibelfilmreihe, die in den Neuzigerjahren von Leo Kirch initiiert worden war, fortgesetzt. Nun als reine italienisch-deutsche Koproduktion entstanden weitere Bibelverfilmungen, die unter dem Titel "Jesus-Legenden" ins Fernsehen kamen. Eine dieser Verfilmungen ist die Geschichte des Judas, die von Bibelfilm-Kameramann und -Regisseur Raffaelle Martes einmal mehr routiniert, aber nicht sonderlich aufregend in Szene setzte. Martes hatte zuvor schon zahlreiche Filme der Reihe in zum Teil sehenswerten Bildern eingefangen und 1998 mit "Die Bibel - Esther" seine erste eigene Regiearbeit in dieser Reihe vorgelegt. Danach folgten "Jesus-Legenden - Josef von Nazareth", "Jesus-Legenden - Maria Magdalena" (beide 2000), und nach "Judas" entstanden "Jesus-Legenden - Thomas" und "Die Apokalypse" (2003).

Foto: Kinowelt