In den Sechzigerjahren reist Pilenz zurück nach Danzig, wo er zur Schule gegangen ist. Er erinnert sich an seinen Mitschüler Mahlke, an dessen Schicksal er sich mitschuldig fühlt. Denn im Danzig während des Zweiten Weltkrieges war Joachim Mahlke ein Außenseiter, der vor allem durch eine körperliche Missbildung auffällt: einen auffallend großen Adamsapfel. Bewunderung erringt er erst, als er bei den pubertären Spielen auf einem polnischen Minensuchboot-Wrack zum besten Schwimmer und Taucher avanciert. Anlässlich der Rede eines mit dem Ritterkreuz ausgezeichneten Offiziers in der Schule stiehlt Mahlke den Orden und bedeckt damit seinen körperlichen Makel. Er fliegt von der Schule und meldet sich freiwillig zu den Panzern, wo er selbst das Ritterkreuz erhält. Als er sich damit in seiner alten Schule zeigen will, wird er vom Direktor abgewiesen. Mahlke desertiert und kehrt auf das alte Minensuchboot zurück. Seitdem gilt er als verschollen...

Die Verfilmung der vieldiskutierten Novelle von Günter Grass aus dem Jahr 1966 erzählt in einer Rückblende, die zur Zeit des Zweiten Weltkriegs spielt, von dem Versuch eines Außenseiters, durch einen Kriegsorden von seinem vermeintlichen körperlichen Makel abzulenken. Eine Reflexion über Kriegsbegeisterung, Mitläufer- und Außenseitertum unter Jugendlichen, die bei der Uraufführung heftig umstritten war: man sah das "Ritterkreuz" abgewertet und die Sittlichkeit der Jugend angegriffen. Regie führte Hansjürgen Pohland, nachdem Bernhard Wicki und Andrzej Wajda abgesagt hatten. Interessant ist auch die Besetzung der Rolle des jüngeren und des älteren Joachim Mahlke, die von keinen geringeren als den Brüdern Lars und Peter Brandt, beides Söhne des ehemaligen Bundeskanzlers Willy Brandt, und Brüder des Schauspielers Matthias Brandt, dargestellt werden.



Foto: Salzgeber