Im Frühjahr 1948, kurz vor der Gründung des Staates Israel, geht vor der Küste des britischen Protektorates Palästina ein Schiff mit jüdischen Emigranten vor Anker. Kaum an Land, geraten die Ankömmlinge - unter ihnen das Liebespaar Yanush und Rossa - in die Kämpfe zwischen Juden, Arabern und den letzten britischen Truppen.

Ein bestürzendes, preisgekröntes Drama, in dem Regisseur Amos Gitai den Nahen Osten als Treffpunkt der Entwurzelten zeigt. Juden verlassen das kriegsversehrte Europa, Araber sind auf der Flucht vor den Juden. "Kedma" ist ein historischer Film, der Zeugnis ablegt über einen Schlüsselmoment der israelischen Geschichte und zugleich die Schicksale derer erzählt, die zwischen die Mahlsteine der Geschichte geraten - ähnlich, wie dies Otto Preminger bereits über 40 Jahre zuvor in seinem Historienfilm "Exodus" thematisierte. Regisseur Gitai legt seinem Lieblingsschauspieler Yussef Abu Warda, der einen wortgewaltigen arabischen Bauern spielt, alles Leid der Palästinenser in den Mund. Der Film führt zurück zu den Wurzeln des gegenwärtigen politischen Konflikts im Nahen Osten. Während der Arbeit am Drehbuch begann die zweite Intifada, was den Regisseur in seinem Wunsch bestärkte, das Projekt umzusetzen. "Kedma" lief wie Amos Gitais Filme "Kadosh" (1999) und "Am Tag von Kippur" (2000) im offiziellen Wettbewerb des Filmfestivals in Cannes - alle drei waren für die Goldene Palme nominiert.