Irgendwo in den Wiener Vorstädten: Hier treiben der rebellische Sebastian und der schüchterne Paul ihr Unwesen. Nach der Schule streunen sie durch die Gegend, immer auf der Suche nach Abenteuern, dem ultimativen Kick. Mal klauen sie Alkohol, dann wieder hängen sie in verfallenen Ruinen ab. Als sie eines Nachts von einer jungen Kassiererin des Diebstahls überführt werden, entführen sie diese kurzerhand und sperren sie in eine verlassenen Fabrikhalle. Doch schon bald haben sie sich, ihre Gefühle und das ganze Abenteuer nicht mehr unter Kontrolle...

Mir recht schonungslosen Bildern zeigt die österreichische Regie-Autodidaktin Eva Urthaler in ihrem Filmdebüt einen Mix aus Coming of Age-Story und erotischem Drama zwischen Lust und Leiden, Gewalt und unterdrückter Liebe. Während man der Inszenierung stellenweise die Unerfahrenheit und die fehlende Routine der Regisseurin und Drehbuchautorin anmerkt, überzeugen die zum Teil erstaunlichen Bilder von Kameramann Alfio Contini, der in seiner langen Karriere schon mit Regisseuren wie Michelangelo Antonioni ("Zabriskie Point"), Liliana Cavani ("Der Nachtportier") und Wim Wenders ("Jenseits der Wolken") zusammenarbeitete. Durchweg gut sind die darstellerischen Leistungen, besonders der beiden Berliner Jungdarsteller Ludwig Trepte ("Paulas Schuld", "Kombat Sechzehn", "Auf ewig und einen Tag", "Guten Morgen, Herr Grothe") und Sergej Moya ("Mein Vater", "Die Wolke", "Tatort - Das namenlose Mädchen") überzeugen, die die innere Zerrissenheit ihrer Protagonisten gekonnt sichtbar werden lassen.

Foto: Pro-Fun