Der ehemalige Zirkusdirektor Caruso reist als Talentsucher durch osteuropäische Dörfer, um dort neue Artisten zu entdecken. Auch für den zehnjährigen Barbu und seine dreizehnjährige Schwester Mimma bietet Caruso viel Geld und schleust die beiden über getrennte Wege nach Berlin. Statt glitzernden Gala-Shows erleben die beiden dort jedoch einen ganz anderen "Zirkus". Caruso entpuppt sich als skrupelloser Kopf einer organisierten Schleuserbande, die Kinder auf einem ausrangierten Zirkusgelände festhält und zu professionellen Dieben ausbildet. Lange Zeit durchschaut Barbu die Machenschaften seines Ersatzvaters Caruso nicht und hält dem Alkoholiker hingebungsvoll die Treue. Bis er eines Tages herausfindet, dass dieser seine Schwester Mimma beim Pokern für einen lukrativen Preis an einen Bordellbesitzer verscherbelt hat.

"König der Diebe" ist eine moderne Oliver-Twist-Variation, angesiedelt zwischen der entlegenen osteuropäischen Provinz und dem Großstadtmoloch Berlin, im Milieu der Kleinkriminellen und des Zirkus. Umgesetzt als surreales, brutales und magisches Märchen verbirgt sich hinter den leuchtenden Augen des Jungen und seinem kindlichen Traum, "König der Manege" zu werden, die harte Welt des Menschenhandels und der Kinderprostitution. Eine Problematik, die Regisseur Ivan Fila ins Licht rückt, um auf das schreckliche Schicksal unzähliger verschleppter Kinder aufmerksam zu machen, das, so Fila, "zu wenig bis gar keine Beachtung" findet.