Das Münsterland des Jahres 1534: Sebastian Kien, ein Vagant und Possenreißer, rettet mit List und Tücke die junge Engele Kerkerinck vor der Hinrichtung. Da Engele ihre gesamte Familie verloren hat, nimmt sie Sebastian in seine Obhut, macht ihr Mut zum Weiterleben, will ihr das Tanzen und das Singen beibringen. Engele jedoch will nach Münster, dorthin, wo der sagenhafte Jan van Leyden predigt, ein Wiedertäufer, zu dem Katholiken wie Protestanten in Scharen überlaufen - vor allem Frauen. So geraten die beiden in den blutigen Machtkampf zwischen Wiedertäufern und katholischem Klerus ...

Regisseur Tom Toelle zeichnete mit diesem zweiteiligen Historienfilm einen beeindruckenden Bilderbogen über religiösen Wahn und den apokalyptischen Verfall im ausgehenden Mittelalter. Dabei beruft er sich auf historisch belegte Fakten, die hier zu einer packenden Geschichte mit fiktiven Elementen verdichtet wurde. Dank der guten Darsteller, der exzellenten Kameraarbeit des Niederländers Theo Bierkens und der brillanten Musik des polnischen Komponisten von Wojciech Kilar ("Bram Stoker's Dracula") ist dies allerbeste Unterhaltung.

Foto EuroVideo/Studio Hamburg