1806: Friedrich Wilhelm III. schließt eine Allianz mit dem russischen Zaren gegen Frankreich. Kurz darauf bringen die Franzosen seinen Truppen eine vernichtende Niederlage bei. Königin Luise will vermitteln. Sie bittet Napoleon um eine Unterredung ...

Was mit den Habsburgern und ihrer "Sissi" im Kino der Fünfziger Jahre möglich war, funktioniert mit den Hohenzollern und Luise nicht. Freiwillige Selbstkontrolle und Presse bäumten sich angesichts des Filmes auf: Er sei "geeignet, monarchistische und nationalistische Gedanken bei der Jugend zu wecken, (... die Geschichte werde) zum Anlass einer verlogenen 'Weisheit' genommen: Fange nach der Niederlage klein an (...) und alles wird wieder gut!" Entsprechend der Empörung über das Thema hatte die Presse für die Titelfigur oft nur höhnische Kommentare übrig: "Da hätten wir also wieder Frau Leuwerik, wie sie leibt und trappt." Aus heutiger Sicht ist "Königin Luise" vielmehr ein Film über das Jahr 1957 als über preußische Geschichte von 1802 bis 1810. Es ist ein Film über den Zeitgeist in der jungen Bundesrepublik und kaum verheilte, nationale Wunden.

Foto: ARD/Degeto