Die 19-jährige Ayse wird in einem entlegenen anatolischen Dorf scheinbar mit Hasan verheiratet, in Wirklichkeit jedoch wird sie die Zweitfrau von Mustafa. Mit ihm und ihrem Scheingatten zieht sie nach den Hochzeitsfeierlichkeiten nach Wien, wo Mustafas Familie schon seit langer Zeit lebt. Dort wird schnell klar, dass hinter all dem mehr steckt. Mustafas Ehefrau und Hasans Mutter Fatma ist an Krebs erkrankt. Ayse soll sich während Fatmas Chemotherapie und im Falle ihres Ablebens um die Familie kümmern. Doch so einfach ist es nicht. Fatmas Kindern lehnen Ayse ab und gewöhnen sich nur langsam an die junge Frau. Als Mustafas Tod das gesamte Gefüge durcheinanderwirbelt, bricht Fatmas Scheinwelt zusammen ...

Die traditionellen türkischen Familienstrukturen und der Umgang mit eben diesen ist nur ein Aspekt dieses Filmes, den der 1982 geborene Umut Dag hier auf die Leinwand bringt. Umut wuchs als Kind einer kurdischen Einwandererfamilie in Wien auf. Sein Handwerk lernte er durch die Mitarbeit an verschiedenen Filmen, u.a. "Die Fälscher", "Ein Augenblick Freiheit" und "Der schwarze Löwe". Mit dem mehrfach preisgekrönten Drama gelang Umut Dag ein Gegenstück zu der vielgepriesenen und ständig heraufbeschworenen politischen Korrektheit. Die glaubwürdigen und starken Charaktere, sowie deren Beziehung zueinander, sorgen dafür, dass dieser Film sehr intensiv, aber auch recht bedrückend auf den Kinogänger wirkt. Doch "Kuma" hat auch Schwachstellen: Viele unnötige Schnitte und die Thematisierung übermäßig vieler Probleme von Einwandererfamilien machen es dem Zuschauer schwer, sich mit den einzelnen Protagonisten zu identifizieren oder anzufreunden. Die Masse an Informationen hinterlässt recht schnell ein Gefühl der Überforderung.



Foto: Wega-Film