Für die Bielerin Julia ist das Leben nur vordergründig in Ordnung: Sie ist zweifache Mutter, erfolgreich in ihrem Beruf als Teamleiterin im Sozialamt und mit ihrem Mann Robert scheinbar glücklich. Doch als Robert seinen Posten bei einem internationalen Finanzkonzern verliert, ihre beruflichen Aufgaben sie immer mehr fordern, ihre Mutter in die letzte Lebensphase kommt und ihre beiden Kinder nicht mehr auf sie hören, steht sie plötzlich vor dem Scherbenhaufen ihres Lebens. Das merkt auch Elias, der die passionierte Ruderin aus dem Wasser zieht, als diese gerade mit ihrem Boot gekentert ist. Schon bald fühlt sich Julia zu dem fremdem Mann, der auf einem nicht mehr taufrischem Boot lebt, hingezogen ...

Die Schweizer Filmemacherin Barbara Kulcsar ("Nebelgrind") taucht hier einmal mehr in eine typische Mittelstandsfamilie ein, die die großen Auswirkungen der Finanzkrise im Beruflichen wie im Privaten zu spüren bekommt. Nach der Drehbuchvorlage von Jan Poldervaart ("Clara und das Geheimnis der Bären", "Der Teufel von Mailand") sensibel in Szene gesetzt, überzeugen besonders Judith Hofmann in der Rolle der gestressten Sozialarbeiterin, Hausfrau und Mutter sowie Michel Voita in der Rolle des geheimnisvollen Fremden.

Foto: SRF/Severin Nowacki