Porträt des zu unrecht fast vergessenen Kurt Gerron, einer bedeutenden Künstlerfigur aus den Zwanziger- und Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts. Er war der erste Interpret von Brechts berühmten "Mackie-Messer-Song", spielte in Stummfilmkomödien meist einen fiesen Kapitalisten oder einen schmierigen Gauner, war aber auch als Direktor in Josef von Sternbergs "Der blaue Engel" (1929) zu sehen. Später arbeitete Gerron als Regisseur, schuf erfolgreiche Ufa-Komödien wie "Ein toller Einfall" (1932) mit Willy Fritsch, emigrierte 1933 aus Deutschland in die Niederlande, arbeitete dort viele Jahre (brillant: "Das Geheimnis der Mondscheinsonate" - 1935) und wurde 1943, nachdem die Deutschen das Land besetzt hatten, in das KZ Theresienstadt deportiert. Hier gründete er die Kabarett-Truppe "Kurt Gerrons Karussell" und drehte - in der Hoffnung, mit dem Leben davonzukommen - den Nazi-Propaganda-Film "Der Führer schenkt den Juden eine Stadt". Es nützte nichts, Gerron wurde 1944 von den Nazis ermordet.

Bemerkenswert an diesem sehenswerten Porträt ist besonders die Tatsache, dass die Filmemacherin das oft zweifelhafte Handeln von Gerron nicht wertet, sondern einfach als Gegeben angibt.