Nach der Geburt ihres Sohnes wird die 18-jährige Sonia aus dem Krankenhaus entlassen. Sofort spürt sie den Vater des Kindes auf. Doch der mittellose Bruno hält sich mit Gaunereien über Wasser. So stehen zwei Zwölfjährige als Diebe in seinen Diensten. Mit seinem Sohn kann Bruno hingegen wenig anfangen. Als man ihm Geld für das Kind anbietet, verkauft er den Jungen, ohne Sonia in das Geschäft einzuweihen...

Die Dardenne-Brüder sind für treffsichere Sozialstudien bekannt. Doch diesmal haben sie eindeutig zu dick aufgetragen. Das mal wieder filmisch recht schlicht ausgefallene Werk nervt von Beginn an nicht nur mit Wackelbildern, unscharfen Einstellungen und nichts sagenden Bildausschnitten, sondern auch mit Charakteren, die jenseits von Gut und Böse uninteressanter kaum sein könnten. Dennoch: Vielen Festival-Fachjurys war dies offensichtlich egal, denn der Film gewann einen Preis nach dem anderen. Doch was für den einen eine eindringliche, realitätsnahe Milieu-Studie, ist für den anderen das deutlich überzogene Porträt eines asozialen Subjekts.

Foto: Kinowelt