Italien, Ende der Schezigerjahre: Jede Leidenschaft hat ihren Preis, das bekommt auch der erfolgreiche Rechtsanwalt Broggini zu spüren. Er hat sich in die 17-jährige Ivana verliebt, die er zufällig auf der Straße gesehen hat. Sie ist nicht nur jung, sondern auch wohl proportioniert und gibt sich äußerst tugendhaft. Und er, sonst von vielen Frauen verwöhnt, zappelt wie ein Fisch an der Angel. Bis zum Verlobungs- bzw. Eheversprechen wird er hingehalten. Schließlich erkennt er, dass die Angebetete - La Bambolona, die große Puppe - ihn hereingelegt hat ...

Das Motiv des alternden Mannes, der unbedingt ein junges Ding erobern will, wurde seit Beginn der Filmgeschichte bereits vielfach in Szene gesetzt. Eines der prominentesten Beispiele ist sicher immer noch Stanley Kubricks Adaption von Vladimir Nabokovs Skandalroman "Lolita" (1961). Weniger skandalträchtig, aber umso amüsanter geht es in dieser Regiearbeit von Franco Giraldi zu, der im Jahr zuvor mit seinem Hauptdarsteller Ugo Tognazzi bereits "Einsame Herzen", eine Persiflage auf den Sexwahn der Sechzigerjahre, in Szene setzte. Hier gibt Tognazzi gekonnt den alternden Gockel, der sich von der jungen Isabella Rey gehörig hinters Licht führen lässt.

Foto: ARD/Degeto