Igor, vielleicht 15 Jahre alt, lebt am Stadtrand von Antwerpen. Sein Vater ist recht vielseitig; er beschäftigt sich mit Menschenschmuggel, Vermittlung von Schwarzarbeit, Hehlerei, Erpressung, Denunziation und Diebstahl. Natürlich hat er gute Beziehungen zur Polizei. Bei einer Razzia stürzt Schwarzarbeiter Amidou vom Gerüst und verletzt sich tödlich. Der Sterbende bittet Igor eindringlich, sich um seine Frau Assita und ihr Kind zu kümmern. Igor gibt sein Versprechen, doch sein Vater will alles vertuschen.

Für die Regisseure Luc und Jean-Pierre Dardenne beschreibt dieser Film das Erwachen moralischen Bewußtseins, ausgedrückt als Rebellion gegen den Vater. Sie erzählen ihre Geschichte ohne großen Schnickschnack und stehen in der Tradition sozial engagierten Kinos vom italienischen Neorealismus bis zu den zeitgenössischen Werken des britischen Regisseurs Ken Loach. Mit seinem Nachfolgewerk, dem eindringlichen und ergreifenden Film "Rosetta", gewann das Regie-Duo 1999 die Goldene Palme.