In deutschen Landen fragt man sich, wer Larry Flynt ist, in den USA sieht das allerdings etwas anders aus: Mr. Flynt gründet als ärmlicher Betreiber einer Strip-Bar das Porno-Magazin "Hustler". Daraus schuf er ein Porno-Imperium und avancierte im rasenden Tempo zum Multi-Millionär. Er wurde für die "feine" Gesellschaft schnell ein Stein des Anstoßes. Deshalb verbrachte er mehr Zeit in Gerichtssälen als in seinem Geschäftsführer-Büro. Durch ein bis heute ungeklärtes Attentat landete Flynt im Rollstuhl und traktierte seine Umwelt fortan nur noch mit Hohn, Hass und Spott. Die erbitterte Gerichtsfehde Larry Flynts gegen das prüde Amerika löste schließlich den legendären "Porn War" aus, an dem neben Flynt auch Musiker, Künstler, Literaten und Filmschaffende beteiligt waren.

Aus diesem beeindruckenden Stoff webt "Einer flog über das Kuckucksnest"- und "Amadeus"-Regisseur Milos Forman ein packendes, biografisches Polit-Drama mit dokumentarischem Charakter. Dank der guten Darsteller - allen voran Woody Harrelson und Edward Norton - ist dies allerbeste Unterhaltung. Sowohl Regisseur Forman als auch Hauptdarsteller Harrelson wurden jeweils für den Oscar nominiert, auf der Berlinale 1997 wurde Forman mit dem Goldenen Bären geehrt.

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