Eigentlich könnten Mary und Adam ein wunderbares Leben führen: Die drei Kinder sind alle erwachsen und versorgt, Adam verdient als anerkannter Architekt in London gutes Geld, Mary übersetzt eher als bezahltes Hobby italienische Texte ins Englische und auch zwischen den beiden scheint alles zu stimmen. Dennoch bröckelt die Fassade des vermeintlichen Paradieses. Denn beide haben ihre Probleme, ihr Alter zuzugeben und zu akzeptieren, dass sie längst in der zweiten Hälfte des Lebens angekommen sind. Mary reagiert mit Selbstironie, Adam mit Arbeitseifer und dem Umgang mit jugendlichen Mitarbeitern. Zudem sind beide den Avancen von Jüngeren nicht gänzlich abgeneigt ...

Mit brillant aufspielenden Hauptdarstellern erzählt die französische Autorin und Regisseurin Julie Gavras, Tochter des weltbekannten Regisseurs Constantin Costa-Gavras, von den Schwierigkeiten des Alterns, vom Verlust trauter Zweisamkeit und dem Kampf, diese wieder herzustellen. Was Isabella Rossellini und William Hurt hier nur mit Blicken und kleinen Gesten darstellen, ist schlichtweg genial. Leider ist es die filmische Umsetzung nicht so gelungen. Viele abrupte Szenenwechsel und die nicht immer nachvollziehbare Erzählstruktur schmälern das schauspielerische Vergnügen leider etwas.



Foto: Movienet