"Du kannst Bill verlassen, aber du wirst ihn niemals los werden", heißt es leicht zynisch von einem ehemaligen Microsoft-Programmierer. Die Anforderungen an die Produkt-Entwickler sind immens. Zehn Jahre vielleicht vermögen die kreativen Köpfe dem Leistungsdruck Stand zu halten. Danach macht sich häufig das Burn-out-Syndrom bemerkbar. Das Konto ist gut gefüllt, aber die Luft ist raus. Was früher gut von der Hand ging, wird nun als Stress empfunden, dem man sich nicht mehr gewachsen fühlt.

Etwa 30000 Angestellte schuften in Seattle nahe der kanadischen Grenze rund um die Uhr für Bill Gates, den soeben wieder bestätigten reichsten Mann der Welt, trotz 10 Milliarden Dollar Verlust in 2002. Seine Betriebssysteme und Programme beherrschen rund 90 Prozent des PC-Marktes. Der will weiter erobert und gehalten werden. Doch viele "Microsofties" haben mittlerweile die Nase voll. Sie sind ausgestiegen aus einem knochenharten Job, der mit ungeheurem Leistungsdruck und erbarmungsloser Konkurrenz - auch innerhalb der Firma - verbunden ist. Die Aktienoptionen, mit denen ihr heroischer Einsatz belohnt wurde, machten einige von ihnen zu Millionären. Sieben Entwickler der Produkte Windows, Word und Excel erzählen hier von der Zeit, als ein Zeilen-Code ihr Lebensinhalt war, aber auch von ihrem Ringen um eine neue, von Microsoft unabhängige, Existenz.