Brooklyn, 1952. Der Gewerkschaftsfunktionär Harry Black, der Transvestit Georgette und der Straßenjunge Sal versuchen, ebenso wie viele andere, in einem Inferno voll Hass, Gewalt und Verzweiflung zu überleben. Zu ihnen gehört auch die 18-jährige blonde Hure Tralala, die in Manhattan auf den Strich geht und vergeblich von ein bisschen Liebe träumt. Wenn sie einen Freier hat, zieht sie ihn hinter Mülltonnen, wo er von ihren Kumpanen niedergeschlagen und ausgeraubt wird. Eines Tages provoziert sie in ihrer Verzweiflung die Männer in einer Kneipe so, als ob sie es direkt darauf anlegt, von der Meute zu Tode vergewaltigt zu werden...

1964 veröffentlichte der US-Schriftsteller Hubert Selby seinen gleichermaßen pornographischen wie bibelzitatlastigen Zyklus von Prosastücken "Last Exit to Brooklyn", der heute zu den Klassikern der amerikanischen Literatur gezählt wird. Nachdem verschiedene Regisseure wie Stanley Kubrick und Brian De Palma vergeblich versuchten, das Buch zu verfilmen, wagte dies 1989 Uli Edel ("Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo"), nachdem Produzent Bernd Eichinger 1986 die Filmrechte erworben hatte. Herausgekommen ist eigentlich kein Film, sondern die irrlichternde Verwirklichung des Jugendtraums der Herrn Eichinger und Edel – nämlich eben diesen Film zu machen. Fazit: Zwar wurde Regisseur Edel mit dem Bayerischen und dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet, doch sein Werk ist ein Film ohne Tiefgang, der eher wie ein gigantischer Videoclip daher kommt.

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