Der Regisseur Christian Moris Müller lässt Theresa Scholze und Max Riemelt als junges Pärchen die Konsumgesellschaft und ihre Vorstellung von Erfolg hinterfragen.

Katharina (Scholze) und Steffen (Riemelt) besitzen als hippes Berliner Pärchen alle Statussymbole und das dafür nötige Geld - und dennoch sind sie mit ihrem Leben unzufrieden. Beide kommen zu dem Schluss, dass man die Uhr noch einmal zurückdrehen sollte.

Für Filmemacher Müller kein ungewöhnlicher Gedanke: "Das Thema beschäftigt mich schon seit ich 18 bin: Mein Vater hat damals noch einmal bei Null angefangen, beruflich und auch finanziell", erklärte er im Rahmen des Filmfestivals "Max Ophüls Preis", wo sein Film Zuschauer und Kritiker überzeugte.

Mittendrin statt nur dabei

Als inszenatorischen Rahmen wählte Müller den Hintergrund der sozialen Netzwerke. Dass Katharina und Steffen ihr Leben online teilen, ist nicht nur eine lebensnahe Charakterisierung, es hilft auch, die Zuschauer durch die Kamera mitten zwischen ihnen zu platzieren. So soll die komplette Zerstörung der bisherigen Existenz vor dem Start eines anonymen Neuanfangs der Familie und den Freunden mitgeteilt werden.

Das Ergebnis sind keine verwackelten Facebookfilmchen. Müller kreiert kontrastreiche Szenen, in denen sich das Appartment von Katharina und Steffen mal als lichtdurchflutete Bühne und mal als düsterer Ort des Grübelns über ihre Entscheidung präsentiert. So zieht der Filmemacher die Zuschauer in sein Drama, das die Sinnfrage der heutigen Gesellschaft stellt.