Vater Bernd und ihrer Mutter Kristin fallen aus allen Wolken, als die 17-jährige Amelie einen Selbstmordversuch unternimmt. Es stellt sich heraus, dass das Mädchen manisch-depressiv ist. Schmerzlich wird ihnen bewusst, dass liebevolle Fürsorge allein bei der schweren Erkrankung nicht ausreicht. Unterdessen bröckelt auch die Fassade des harmonischen Zusammenlebens immer mehr. Die Familie bricht zeitweilig auseinander ...

Dank des sensiblen Umgangs mit dem schwierigen Thema und dank der starken Darstellerleistungen gelang Maris Pfeiffer ("Das Schwalbennest", "Eine außergewöhnliche Affäre", "Lieb mich!") ein beeindruckendes Psychodrama, dessen Ende vielleicht etwas zu versöhnlich wirkt. Eine tolle schauspielerische Leistung bietet die Berliner Newcomerin Maria Kwiatkowsky in der Rolle der jungen Amelie, nachdem sie zuvor bereits in "En Garde" überzeugen konnte. Privat lief es bei der Junugdarstellerin seinerzeit allerdings nicht so rund. Nachdem sie 2005 in Berlin-Prenzlauer Berg eine Kindertagesstätte angezündet hatte, wurde sie im Mai 2006 zu einer zweijährigen Jugendstrafe verurteilt, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Außerdem musste sich Maria Kwiatkowsky einer Psychotherapie unterziehen. Der Grund für ihre Kurzschlusshandlung waren wahrscheinlich berufliche wie private Überlastung. Im Juli 2011 starb Kwiatkowsky im Alter von nur 26 Jahren.

Foto: WDR/Olga Film