Nachkriegssommer 1945: Die britische Besatzungsarmee hat ihre zentrale Verwaltung auf Nordstrand eingerichtet, einer vom Festland abgeriegelten Halbinsel in der Nordsee. Sanitätshelferin Gesa arbeitet hier zusammen mit vielen anderen Frauen in einer Wäscherei. Ihr Geliebter Friedrich, ein ehemaliger Wehrmachtsoffizier, ist als Kriegsgefangener auf dem Festland interniert. Stacheldraht und das kalte Wasser der Nordsee trennen die beiden voneinander. Trotzdem wagen sie heimliche Treffen im hohen Dünengras der Halbinsel, denn Friedrich schwimmt für Gesa die gefährliche Strecke bis nach Nordstrand. Doch dann verliebt sich Gesa in Captain Simon, einen britischen Offizier deutsch-jüdischer Herkunft. In der Nacht, in der Gesa Friedrich ihre Liebe zu Simon beichten will, kommt es zu einem schicksalhaften Zwischenfall: Friedrich ist die Strecke nicht allein geschwommen. Otto, ein junger, hitzköpfiger Soldat begleitet ihn, um dem Internierungslager wenigstens kurzfristig zu entkommen. In einem Handgemenge erschießt er einen englischen Soldaten ...

Nach "Wiedersehen mit einem Fremden" war dies das zweite Nachkriegsdrama, das Regisseur Nikolaus Stein von Kamienski, kurz Niki Stein, 2010 in Szene setzte. Nach einer Idee von Thomas Findeiss entstand ein recht seltsamer Mix aus Drama, Liebesgeschichte und Justizfilm, der routiniert inszeniert und gespielt ist, aber (auch durch den seichten Schluss bedingt) nur bedingt glaubwürdig ist.

Foto: ZDF/Stefan Erhard