Eine heruntergekommene Belgrader Plattenbausiedlung im Winter: Hier wohnt Anica mit ihrem Freund, dem Solariumbesitzer Milutan, der ganz nebenbei der Schutzgeldkönig des Viertels ist, und dessen autistischer Tochter Ivana. Zwar geht es der kleinen Zweckgemeinschaft nicht schlecht, doch Anica hat das Leben zwischen tristen Hochhäusern und Beton satt. Also fasst sie einen Plan: Sie will das in Milutins Safe aufbewahrte Geld stehlen und das Land verlassen. Als Stanislav, Milutins rechte Hand, ihr seine Liebe gesteht, gerät ihr Plan erst einmal ins Wanken ...

Die tragikomische wie melancholische Liebesgeschichte ist das Langfilm-Debüt des Belgrader Regisseurs Stefan Arsenijevic, der hier von einem einzigen Tag im Leben seiner Protagonistin, überzeugend verkörpert von der ebenfalls aus Belgrad stammenden Anica Dobra, erzählt. Wenn auch recht konventionell inszeniert, überzeugt "Liebe und andere Verbrechen" dank der authentischen, sensiblen und zum Teil skurrilen Figurenzeichnungen einer durch den Krieg und Verfall geprägten Gesellschaft, die trot aller Rückschläge von einem besseren Leben träumt.



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