Nach dem überraschenden Tod ihres Sohnes Kai fällt die kambodschanisch-chinesische Junn in tiefe Trauer. Sie lebt mittlerweile in einem Heim für betreutes Wohnen in London. Da sie selbst kein Englisch gelernt hat, war ihr Sohn der einzige Kontakt zur feindlichen Außenwelt.

Um so schwerer fällt es ihr nun, sich noch halbwegs zurecht zu finden. Als sie eines Tages Besuch von dem zunächst seltsamen Richard bekommt, weiß sie nicht, was sie mit dem jungen Mann anfangen soll, der sich lediglich als Freund des Verstorbenen vorstellt. Schnell merkt die verzweifelte Mutter, dass hinter der Trauer des Freundes mehr steckt.

Ihr wird klar, dass Kai und Richard ein Liebespaar waren und dass der Lebenspartner ihres Sohnes ebenso schwer mit dem Verlust des geliebten Menschen umzugehen weiß wie sie selbst. Trotz der sprachlichen Barriere - eine Dolmetscherin wird eingeschaltet - kommen sich die doch sehr unterschiedlichen Menschen allmählich näher ...

Äußerst einfühlsam

Die Geschichte um eine vor der Familie verheimlichte Homosexualität erinnert stark an Xavier Dolans "Sag nicht, wer du bist!". Doch Regisseur Hong Khaou gelang es im Gegensatz zu dem Kanadier, die ungewöhnliche Story äußerst einfühlsam zu erzählen.

Auch dank der überzeugenden Leistungen der beiden Hauptdarsteller Ben Whishaw und Pei-Pei Cheng, die hier behutsam und sensibel die Annäherung der beiden Hinterbliebenen interpretieren, hat man es mit einer zu Herzen gehenden Geschichte zu tun.

Tief empfundener gemeinsamer Schmerz

Allerdings wird in den Rückblenden die Homosexualität etwas zu exaltiert zelebriert. Das wäre nicht nötig gewesen, zumal die Beziehung zwischen Mutter und Lover, die über bloße Worte hinausgeht und auf dem tief empfundenen gemeinsamen Schmerz basiert, Inhalt genug bietet.