Gerufen von einer Postkarte bricht der deutsche Tontechniker Philipp Winter nach Portugal auf, um seinem Freund, dem Regisseur Friedrich Monreo bei der Fertigstellung eines Films zu helfen. Doch bei seiner Ankunft in Lissabon ist Friedrich verschwunden. Lediglich ein Rohschnitt des Films ohne Ton findet sich. So erkundet Philipp auf der Suche nach seinem Regisseur und originellen Tönen für dessen Film mit Mikrophon und Aufnahmegerät die Stadt, dringt immer tiefer in das Leben ihrer Bewohner ein, verliebt sich dabei in die schöne Sängerin Teresa, bis er schließlich dem Verschwundenen über den Weg läuft. Friedrich wirkt, als habe er den Verstand verloren, hat er sich doch verstrickt in die Jagd nach "nicht gesehenen, durch keinen Blick beschmutzten, unschuldigen Bildern" ...

Ursprünglich als Dokumentarfilm angedacht, drehte der experimentierfreudige Autorenfilmer Wim Wenders diese Hommage an die portugiesische Hauptstadt, gleichzeitig einmal mehr eine Reflexion über die Bedingungen des Filmemachens, die seinerzeit die Kinogänger spaltete. Die einen lieben dieses in langsamen Tempo erzählte Roadmovie, die anderen fühlten sich schnell gelangweilt. Tatsächlich muss man sich einlassen auf dieses Wendersche Werk, in dem Patrick Bachau, Hauptfigur der 1982 ebenfalls in Portugal entstandenen Milieustudie "Der Stand der Dinge" (1982), den durchgeknallten Regisseur gibt. Wenders-Dauerdarsteller Rüdiger Vogler als Alter Ego des Regisseurs entdeckt hier die unbekannten Winkel einer aufregenden wie liebenswerten Stadt, untermalt von dem zeitlos erscheinenden Fado der Musikgruppe Madredeus.

Foto: Kinowelt