Tibetanische Mönche glauben, dass in dem achtjährigen amerikanischen Jungen Jesse der verstorbene Lama Dorje wiedergeboren wurde. Sie reisen nach Seattle und trotzen den Eltern die Erlaubnis ab, das Kind in Bhutan einer Prüfung unterziehen zu lassen. Doch inzwischen entdecken die Mönche noch zwei weitere Kinder, die ebenfalls als 'Little Buddha' in Frage kommen. In Rückblenden wird zwischendurch die Geschichte des Original-Buddhas erzählt.

Bernardo Bertolucci war weiß Gott schon besser drauf. Mit "Little Buddha" hängte er sich nicht ungeschickt in den damaligen Trend zu Räucherstäbchen-Esoterik und schwelgt in schönen bis superschönen Bildern. Doch der innere Gehalt des Films steht in groteskem Gegensatz zum äußeren Aufwand, auch wenn Bertolucci als erster Regisseur die Erlaubnis erhielt, an den Originalschausplätzen der Himalaya-Staaten Nepal und Bhutan zu drehen. Keanu Reeves ist als Religionsstifter Buddha nicht sonderlich glaubhaft, und die teilweise naive Bebilderung der alten Mythen mit Computertricks ist Effekthascherei, mehr nicht. Im Wettstreit um den Titel "Bertoluccis schlechtester Film" hat "Little Buddha" einige Siegchancen.

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