Das Ehepaar Richard und Elizabeth Grant lebt in einem kleinen amerikanischen Ort nahe der Grenze von Mexiko. Als sich ihr 17jähriger Sohn Jeffrey bei der Air Force Academy bewirbt, werden die Grants routinemäßig auf ihre staatsbürgerliche Gesinnung überprüft. Dabei stößt der FBI-Agent Roy Parmenter auf ein gut gehütetes Geheimnis, von dem auch Jeffrey nichts weiß: Richard und Elizabeth sind sogenannte Schläfer - sowjetische Agenten, die jahrelang ohne Auftrag bleiben, bei Bedarf jedoch ihrer Pflicht gegenüber dem russischen Geheimdienst nachkommen müssen. Nun sollen die Grants wieder ihren Dienst tun, da der sowjetische Spion Scuba, der vor 20 Jahren Parmenters Partner ermordet hat, nun die russischen Agenten der Reihe nach umbringt. Parmenter gerät in einen Gewissenskonflikt: Soll er Jeffrey, der eigentlich Nikita heißt, informieren oder die Eltern in die Falle locken. Er entscheidet sich für ersteres, worauf der Junge in eine tiefe Identitätskrise gerät. Doch seine Eltern weigern sich ihren Auftrag auszuführen, da sie die Existenz der Familie nicht aufs Spiel setzen wollen. Daraufhin wird Jeffrey entführt ...

Für den 17-jährigen River Phoenix war "Little Nikita" nur ein Meilenstein in seiner kurzen Filmkarriere. Der Thriller, der seinerzeit genau den Nerv der Zeit traf, wirkt nun, lange nach Ende des Kalten Krieges, etwas antiquiert. Trotzdem beleuchtet Regisseur Richard Benjamin die psychologischen Auswirkungen von Doppelexistenzen gefühlvoll und schafft es, daraus einen spannenden, anspruchsvollen Agententhriller zu machen. Fazit: Actionreicher, aber manchmal etwas zu brutaler Genre-Klassiker aus einer Zeit, als die Amis noch die Guten und die Russen noch uneingeschränkt die Bösen waren. Inzwischen tritt Joaquin Phoenix, der jüngere Bruder von River, in die Fußstapfen des 1993 Verstorbenen.

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