Als der große Komponist Ludwig van Beethoven stirbt, findet sein Adlatus Schindler in seinem Nachlass ein Dokument, indem Beethoven das gesamte Erbe seiner "unsterblichen Geliebten" zuspricht. Ohne zu wissen, wer sich hinter dieser Bezeichnung verbirgt, macht sich Schindler auf, diese zu finden und erhält so ein neues Bild des vergötterten Meisters...

Regisseur Bernard Rose ("Candymans Fluch") vermischt hier geschickt Fiktion und Historie, kann sich aber nicht so recht zwischen Detektivgeschichte, fundierter Musikerbiografie und wilder Romanze entscheiden. So entstand ein uneinheitliches Werk mit langweilig agierenden Darstellerinnen und einem brillanten Gary Oldman. Ein großes Plus erhält das Werk durch sein unglaubliches Gespür für die Musik und deren Entstehung. Weniger Sorgfalt ließ man der historischen Genauigkeit angedeihen. Das London Symphony Orchestra spielt auf modernen Instrumenten, die es damals noch gar nicht gab (z. B. Ventiltrompeten), außerdem mussten die Streicher zu Beethovens Zeiten ihren Job noch im Stehen verrichten. Das ist um so peinlicher, als es heute genug Orchester gibt, die in der historischen Aufführungspraxis fit sind. Wer eine in dieser Hinsicht erstklassige und faszinierende Gesamtaufnahme der neun Beethoven-Sinfonien sucht, greife zu der Einspielung von John Eliot Gardiner mit dem Orchestre Revolutionnaire et Romantique. Außerdem wird das überraschende Ergebnis um die Frage, wer nun jene "unsterbliche Geliebte" gewesen sei, von Historikern und Musikwissenschaftlern stark angezweifelt.