"Madame Bovary" von Gustave Flaubert ist einer der großen Klassiker der Weltliteratur. Seinerzeit musste sich der Autor für sein Werk vor Gericht verantworten, da seine authentische und sehr offene Erzählweise gegen die guten Sitten verstoßen würde. Regisseurin Sophie Barthes hat die dramatische Geschichte nun auf die Leinwand gebracht.

Darin geht es um das Leben der frisch verheirateten Emma (Mia Wasikowska), die sich von der Ehe mit dem Arzt Charles Bovary (Henry Lloyd-Hughes) nicht nur den gesellschaftlichen Aufstieg, sondern frischen Wind in ihrem Leben erhofft. Doch der nüchterne Arzt kann ihr dies nicht bieten.

Um zudem ihr gewünschtes Luxusleben zu finanzieren, stürzt sich Emma kopflos in Schulden, von denen ihr Mann nichts ahnt. Als sie dann noch auf den attraktiven Juristen Léon (Ezra Miller) und diverse andere Männer trifft, landet sie in einem wilden Strudel der Gefühle.

Gediegene Unterhaltung

Das klassische Gewand ist der Geschichte angemessen gewählt, und die Inszenierung versetzt den Zuschauer zurück in die Vergangenheit. Dennoch lässt sich nur in Ansätzen die Wortgewandheit erkennen, mit der Flaubert seine Geschichte erzählte. Der Film legt weniger Wert auf die Details und setzt den Fokus auf schön anzusehende Bilder.

Dennoch kann das Drama mit einer Sache deutlich punkten: Mia Wasikowska legt all ihre Kunst in die Darstellung der Emma, ist an den richtigen Stellen aufbrausend, leidenschaftlich oder in sich gekehrt. Sie hält das Interesse an der Figur aufrecht und weckt die Neugier, wie es mit der einsamen jungen Frau weitergeht.

Sehen Sie hier den Trailer zu "Madame Bovary":