Er war der Chef in seinem Viertel, ein Lebenskünstler, Transvestit, ein großartiger Liebhaber, ein warmherziger Vater, ein umjubelter Sänger, aber eben auch ein Krimineller, der viele Jahre seines Lebens hinter schwedischen Gardinen verbrachte: João Francisco dos Santos, auch bekannt als Madame Satã, der schon zu Lebezeiten zu einem Mythos avancierte.

Regisseur Karim Ainouz porträtiert in seinem Drama, gleichzeitig sein Langfilm-Regiedebüt, den brasilianischen Untergrundhelden, der am 12. April 1976 an den Folgen seiner Lungenkrebserkrankung starb. Hauptdarsteller Lázaro Ramos verkörpert dos Santos mit fast schon beklemmender Intensität. Bleibt abzuwarten, ob den Zuschauern hierzulande der Zugang zu dieser uns fremden Welt gelingt.

Foto: Pro-Fun