1974 feierte in der damaligen DDR die sehr konventionsfreie Sendung "Jugendfilmklub" Premiere. Sie diente als Plattform für Jugendliche, um über Filme zu diskutieren, so in der ersten Sendung etwa über "Panzerkreuzer Potemkin". Es folgten etliche Filme der DEFA ("Ich war Neunzehn", "Hostess" und "Karbid und Sauerampfer") und aus der Sowjetunion ("Die Kraniche ziehen", "Kalina Krasnaja") aber auch aus der Bundesrepublik und anderen westlichen Ländern ("Die verlorene Ehre der Katharina Blum", "Die letzte Vorstellung"). Man setzte sich einfach dazu und war dabei. Einige Diskussionsteilnehmer erschienen regelmäßig, andere nur für eine Folge. So bildete sich im Laufe der Zeit ein fester Teilnehmerkern heraus, man lernte einander kennen und schloss Freundschaften. Bis zur Einstellung der Sendung 1978 gerieten nicht selten aktuelle persönliche und vor allem gesellschaftliche Probleme in den Blickpunkt. Und immer wieder tauchte die Frage auf: Werden wir es besser machen als die Generationen, die vor uns kamen?

Knapp 30 Jahre später ist für den Filmemacher Olaf Kaiser ("Drei Stern Rot") die Zeit gekommen, eine Antwort darauf zu finden. Er sucht die Menschen auf, mit denen er damals zum "harten Kern" der Diskussionsgruppe gehörte und fragt, was aus ihren Träumen geworden ist. Kaiser fand die heute Mitvierziger in Berlin, Aachen und Panama. Trennung und Verlust, Liebe und Verrat verbergen sich unter der Oberfläche des Alltags, der bei einigen die Erinnerungen an gestern hat verblasen lassen.

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