Einst war Giovanni Manzoni in der New Yorker Unterwelt eine große Nummer, verdiente sich aber seinen zweifelhaften Ruf, indem er viele konkurrierende Mafiosi an die Justiz verriet und diese dadurch hinter Gitter brachte. Allerdings konnte Manzoni den gedungenen Mördern seiner rachsüchtigen Konkurrenten nur entgehen, indem er mitsamt Familie in einem Zeugenschutzprogramm aufgenommen wurde und in die Normandie umzog. Dort stehen die Manzonis, die fortan Blake heißen, unter der Obhut des alten FBI-Hasens Stansfield. Der aber kann die Gewohnheiten der Familienmitglieder leider nicht so ohne weiteres ändern. So kommt es vor, dass Giovannis Ehefrau einen Supermarkt in die Luft jagt, weil sie vom Personal beleidigt wurde. Kein Wunder also, dass die verhaltensauffällige Familie bald wieder das Interesse der immer noch nach Rache dürstenden Mafiosi auf sich zieht. Und die kommen schließlich in das idyllische nordfranzösische Örtchen ...

Zugegeben: Regisseur und Autor Luc Besson versteht sein Handwerk durchaus und hat diese kuriose Mafia-Geschichte gekonnt inszeniert (kein Geringerer als Martin Scorsese stand als Produzent hier Pate), doch irgendwie konnte er sich offenbar nicht wirklich entscheiden, ob er eine durchgeknallte Posse, einen echten Mafiafilm oder ein groteskes Familiendrama inszenieren wollte. Denn spätestens beim überaus zynisch-blutrünstigen Showdown bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Wer den permanenten Wechsel der Genres (auch in der Wahl der filmischen Stilmittel) und damit der jeweiligen Stimmungen (von dramatisch bis absolut absurd wird hier alles geboten) wenig stört, wird hier allerdings gut unterhalten, aber eine stringente Geschichte ist dies nicht. Die namhaften Darsteller allerdings zeigen hier noch einmal, dass sie ihr Handwerk durchaus beherrschen.



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