Schon als Kind wurde Guillaume anders behandelt als seine beiden Brüder. Zur Essenzeit hieß es etwa "Jungs und Guillaume, zu Tisch!" Da sich Guillaume nie für "Jungensachen" wie etwa Sport interessiert hat und sich die Mutter immer eine Tochter wünschte, schlüpfte er kurzerhand in diese Rolle. So wurde er schon als Kind zum Außenseiter und von der Mutter von vorneherein als schwul abgestempelt. Als Heranwachsender weiß er allerdings nicht so recht, was er will und wer er wirklich ist. Seine Suche nach der eigenen Identität und der sexuellen Orientierung führt ihn quer durch Europa ...

Nach der eigenen autobiografischen Erzählung bzw. nach dem Bühnenstück "Jungs und Guillaume, zu Tisch!" inszenierte Guillaume Gallienne sich selbst (und übernahm zudem auch die Rolle der Mutter). Für den in Frankreich bekannten Schauspieler und Komiker ("Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran", "Fasten auf Italienisch") war diese Regie-Arbeit sicherlich wichtig, doch für's Kinopublikum ist sie vor allem eines: skurril und stinklangweilig. Ihm gelingt es nur selten, den Betrachter mit dieser Leinwandadaption des eigenen Werkes auf seine Seite und somit in seine Gedankenwelt zu ziehen. Zu harmlos, zu belanglos, zu überraschungsfrei plätschern die Bilder dieser "Coming Out"-Story mit umgekehrten Vorzeichen (der als schwul geltende Guillaume Gallienne outete sich als 30-Jähriger als heterosexuell) vor sich hin. Immer wieder merkt man, dass die Vorlage eigentlich für die Bühne geschrieben wurde, denn viel zu kammerspielartig und brav - und für eine Komödie seltsam unwitzig - kommt der Film daher.



Foto: Concorde