Auf den ersten Blick sind Leo und Ellen ein normales New Yorker Paar. Während Leo mit einem erfolgreichen Web-Auftritt nahezu im Geld schwimmt, verdient Ellen ihre Brötchen als engagierte Notärztin, der es stets wichtiger ist, Leben zu retten als Geld zu verdienen. Da ihr Job viel Zeit frisst, verbringt ihre achtjährige Tochter meist den Tag mit dem philippinischen Kindermädchen. Mit dieser Situation ist Ellen allerdings mehr und mehr unzufrieden und sie will ihre Prioritäten zukünftig anders setzen. Eine Geschäftsreise, die Leo nach Thailand führt, setzt schließlich eine Kette seltsamer Ereignisse in Gang, die für alle schwerwiegende Veränderungen mit sich bringen ...

Der schwedische Regisseur Lukas Moodysson gibt sich hier nicht mehr experimentell wie bei den beiden vorangegangenen Werken "Container" und "Ein Loch im Herzen", sondern findet zum europäischen Erzählkino zurück und erinnert in seiner episodenhaften Struktur an Werke von Alejandro González Iñárritu. Leider liegt auch genau da sein Problem: Trotz guter Darsteller fehlt es an Tiefe, an dramatischer Verdichtung. Allzu zufällig und beliebig (und damit auch nur kaum glaubwürdig) kommen die Wandlungen daher, fehlen jene sensiblen Momente, die Moodyssons früheren Werke wie "Raus aus Åmål", "Zusammen!" und "Lilja 4-Ever" ausgemacht haben. So kommt die Botschaft, dass jeder Verantwortung tragen muss, recht plakativ daher und es wundert nicht, dass dem Werk auf den Internationalen Filmfestspielen in Berlin, wo der Film im Wettbewerb lief, nach der Aufführung erstaunlich viele Buh-Rufe folgten.



Foto: Memfis Film/Per Anders Jörgensen