7. August 1974: Zwischen den New Yorker Twin Towers des World Trade Centers balanciert ein Mann auf einem Drahtseil. Er ist Franzose und heißt Philippe Petit. Nach einer Stunde in luftiger Höhe (ohne Netz und Sicherheitsseil) wird Petit verhaftet und kommt kurzzeitig in die Psychiatrie.

Filmemacher James Marsh machte über diesen "Verrückten" eine Dokumentation, die sowohl das Filmmaterial zeigt, dass Petits Freunde seinerzeit machten. Diese Bilder zeigen ihn bei den Vorbereitungen, den Drahtseilakt selbst ließ Marsh in stimmigen und spannenden Schwarzweiß-Bildern nachspielen. Marsh setzt Petit, der im Jahr 2008 59-jährig im Hudson Valley lebt, ein filmisches wie poetisches Denkmal und gleichzeitig ein Kleinod über einen Lebenskünstler und dessen "künstlerisches Verbrechen des Jahrhunderts". Die Belohnung: 2009 wurde "Man on Wire" mit dem Oscar als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.

Foto: Arsenal