Im Februar 2008 veröffentlichte die ehemalige VIVA-Moderatorin Charlotte Roche mit "Feuchtgebiete" ihren ersten Roman. Ein Jahr später folgte das Literaturdebüt "Mängelexemplar" ihrer Kollegin Sarah Kuttner, das dieselbe Zielgruppe bedient. Diesen Stoff hat sich Regisseurin Laura Lackmann für ihren ersten Langspielfilm vorgenommen und teils kräftig am Buch geschraubt.

Aus dem Leben einer Überdrehten

Dabei geht es noch immer um die quirlige und gleichzeitig etwas anstrengende Karo (Claudia Eisinger), deren Leben aus den Fugen gerät: Job weg, Freund weg, und auch die Nerven sind nicht mehr ganz bei ihr. Aus dieser Krise sollten ihr eigentlich ihre beste Freundin Anna (Laura Tonke) sowie Mutter Luzy (Katja Riemann) helfen, doch beide halten kaum noch aus, dass Karo oft genug nur mit sich selbst beschäftigt ist und sich kaum um andere schert. Ihr bleibt also nichts übrig, als sich in eine Therapie zu stürzen. Aber auch diese droht zu scheitern.

Lichte und dunkle Momente

Im Gegensatz zum Buch bringt Lackmann die Protagonistin ihres Films in etwas gediegenere Bahnen. Diese ist zwar immer noch vollkommen überdreht und schwankt zwischen emotionalen Extrempunkten, doch das ziellose Plappern, dass Autorin Kuttner vorgeworfen wurde, ist etwas verstummt. Stattdessen geht Lackmann viel mehr auf die tatsächlichen Probleme ein, die Karo mit sich herumträgt. Unterbrochen werden diese ernsten Töne durch auflockernden Humor, der allerdings nicht immer passend wirkt.

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