Paris in den Zwanzigerjahren: Eine Frau um die 40 unterzieht sich aufgrund ihrer vermeintlichen Frigidität einer Operation. Sie ist niemand anders als Marie Bonaparte. Eine Frau mit vielen Gesichtern: väterlicherseits ist sie die Urgroßnichte von Napoleon und mütterlicherseits die Erbin des Gründers des Casinos von Monaco. Sie gilt als die schönste Partie ganz Europas'. Durch die Heirat mit Prinz Georg von Griechenland, Bruder des griechischen Königs, wird sie in die Kreise der königlichen Familien aufgenommen. Ihre Neigung für das Intellektuelle verbindet sich mit der Sehnsucht nach Wahrheit und Freiheit. Sie führt sie ein turbulentes Leben, wird vergöttert und beneidet. Hinter dem schönen Schein des Lebens einer Dame der High-Society verbirgt sich jedoch in Wirklichkeit eine zerrissene Persönlichkeit, für die unerfülltes sexuelles Verlangen und die verkrusteten Strukturen ihrer adeligen Familie zum Auslöser verschiedener Neurosen werden. Da auch die Operation nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat, begibt sie sich im Jahr 1925 sich in Behandlung bei Sigmund Freud in Wien...

Mit einem Ensemble weltbekannter Schauspieler inszeniert Benoît Jacquot einen glanzvollen historischen Film von halbdokumentarischem Charakter über das außergewöhnliche Leben einer faszinierenden und schillernden Persönlichkeit. Marie Bonaparte führte - ihrer Zeit voraus - das Leben einer modernen Frau, die ohne ihre Pflichten zu vernachlässigen, den Weg ihrer Entfaltung bis zum Ende ging. Als Freud ist hier der deutsche Charakterdarsteller Heinz Bennent zu sehen, mit dem die Deneuve bereits 1980 in "Die letzte Metro" vor der Kamera stand.

Foto: MDR/ORF/Marie-Laure de Decker/GW