Der Dokumentarfilm ist das authentische Porträt eines Mythos: Marlene Dietrich, Idol und Star ganzer Generationen von Kinogängern, erzählt aus ihrem Leben. Ihre Stimme, ihre schlagfertigen, teils ironischen, teils sentimentalen Kommentare, unterschnitten mit Fotos aus ihrem Leben und Ausschnitten aus ihren Filmen, werden zu einer faszinierenden Kino-Collage. Zur Stimme Marlene Dietrichs montiert Schell Bilder aus ihrem Leben und aus ihren Filmen. Dazu hat er ihre Pariser Wohnung im Studio nachgebaut und dokumentiert den filmischen Arbeitsprozess durch Aufnahmen aus dem Schneideraum, in dem die verschiedenen Ebenen montiert werden.

Marlene Dietrich: "Nein. Nie. Fünfundfünfzig Bücher sind über mich geschrieben worden, also bitte, denken Sie nicht, dass ich Bücher lese, um da von mir zu lesen, wie wunderbar ich war. Was für mich zählt, ist die Gegenwart, was ich heute machen muss, was ich morgen machen muss." Die Verweigerung der Marlene Dietrich geht weit über das Tabu hinaus, fotografiert zu werden. Es scheint so, als ob sie als alte Frau darum kämpft, jenseits von Kunst und Film ihr Gesicht, ihre private Identität zu bewahren. Man erfährt in Maximilian Schells Porträt mehr über Marlene Dietrich als in den gängigen Star-Huldigungen. Die zum Mythos gewordene Dietrich gibt gerade in der Verweigerung ein Stück ihrer privaten Person preis. So wird auch ihr kompliziertes Verhältnis zu Deutschland zu einem Zeichen für die drohende Heimatlosigkeit zwischen Filmmythos und privater Existenz. "Nee, ist ja alles Quatsch. Heimatlosigkeit ist doch Courths-Mahler. Nein wirklich, bitte. Ich habe solch kitschige Gefühle überhaupt nicht. Ich bin doch deutsch geboren, Kitsch gab's nicht bei uns." Der Film erhielt folgende Auszeichnungen: Prädikat: "Besonders wertvoll" Bundesfilmpreis 1984 für den besten Dokumentarfilm, Bayerischer Filmpreis 1984, Academy Awards Los Angeles 1985, The Golden Globe 1984.