Dokumentarische Bilder aus den Unterschichten, beobachtet in Bombay, Mexiko City, New York und Moskau: Ob unmotivierter Färber, Nutte, Hähnchenfüße-Verkäufer, Kesselflicker oder Müllsammler, irgendwie hat sich jeder eine Strategie zum Überleben einfallen lassen.

Dadurch, dass die Bilder nicht kommentiert werden, entsteht ein wesentlich schlimmerer moralischer Voyeurismus, in der Art: "Ach, was geht es uns doch gut. Wir müssen nicht unverwertbaren Müll aus den Abwässerkanälen sammeln, um so den Lebensunterhalt zu sichern." Hinzu kommen nervige Endlos-Einstellungen, etwa die in einer Hühnerfabrik, in der ein Schlachter fließbandmäßig Hühnern den Hals durchschneidet und sie dann in eine Tonne schmeißt, wo die Vögel zuckend verbluten. Als wenn das hierzulande artgerechter ablaufen würde. Derlei Bilder minutenlang. Wozu? Da hilft auch nicht, dass der Film von Michael Glawogger ("Die Ameisenstraße") in den Medien und auf Festivals für Aufsehen und intensive Diskussionen sorgte.