Roberto hat in Bologna endlich wieder Arbeit gefunden: als Lehrer in einer Vorschule. Mit ungewöhnlichen Methoden versucht der neue "Maestro", den Kindern in einer reglementierten und betonierten Welt einen Freiheitsraum zu erkämpfen und sie zu denkenden und selbst verantwortlichen Menschen zu erziehen. Roberto lässt sich die ungewöhnlichsten Dinge einfallen, um den lieben Kleinen die Welt zu erklären: Mal bringt er einen Fernseher mit in die Klasse, mal einen Esel. Einmal lädt die Kinder gar zu einer Spritztour in die Fabrik ein, in der ihre Eltern arbeiten. Roberto beginnt eine Beziehung mit Isabella, der Mutter eines seiner Schützlinge, die kurz darauf schwanger wird. Vater wollte Roberto eigentlich nicht werden, vor allem, weil er von der heuchlerischen Gesellschaft, in der er lebt, enttäuscht ist ...

Mit Filmen wie "Das große Fressen" (1973) und "Die letzte Frau" (1975) sorgte Marco Ferreri in den Siebzigerjahren für handfeste Skandale und festigte damit seinen Ruf als Provokateur der Filmszene und kauziger Außenseiter des europäischen Kinos. Ganz im Gegensatz zu diesem Ruf steht dieses Gesellschaftdrama, das er nach einem Drehbuch seines Hauütdarstellers Roberto Benigni inszenierte. In seiner betont leisen und eindringlichen Regiearbeit - einige Kritiker empfanden den Film deshalb als langweilig - erzählt Ferreri die bitter-süße Geschichte eines von Leben Enttäuschten, der sich am Ende doch wieder zu diesem bekennt. "Mein Asyl" wurde 1980 für den Goldenen Bären der Filmfestspiele nominiert, Ferrari selbst wurde mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet.

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