Marie ist eine Pariser Hure, die ihrem Gewerbe mit Liebe, Wollust und Gewinn nachgeht. Als die gutherzige Frau in dem Penner Jeannot ihre große Liebe entdeckt, verwandelt sich der schmutzstarrende Rohling unter ihrer Protektion bald zum eleganten Flaneur und, auf ihren Wunsch hin, in ihren Zuhälter. Das Geschäft floriert. Doch dann dreht Jeannot ein paar krumme Dinger und landet im Gefängnis ...

Ohne großes Schamgefühl drehte Regisseur Bertrand Blier dieses freizügige, mitunter ein wenig geschwätzige Melodram mit Topbesetzung in der Tradition französischer Filmemacher wie etwa Godard,Tavernier oder Rohmer. Für ihre brillante Darstellung der Prostituierten Marie wurde Anouk Grinberg, Bliers damalige Lebensgefährtin, bei den Berliner Filmfestspielen 1996 mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet. Blier selbst war für den Goldenen Bären nominiert, unterlag aber gegen Ang Lees wesentlich schwächere Literaturverfilmung "Sinn und Sinnlichkeit".

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