Rike und Erik. Ein Ehepaar, eine große Tochter, die gerade auszieht. Das Haus mit Garten, Freundeskreis, Rituale, Gewohnheiten, auch Geborgenheit. Gemäßigter Wohlstand. Als Rike, die auch die gesamte private Korrespondenz verwaltet eines Tages am Computer arbeitet, entdeckt sie einen neuen Ordner. "Dazu" ist der Ordner betitelt. Neugierig geworden, öffnet sie den Ordner, was weiter keine Mühe bereitet, und entdeckt etwas, was sie ganz und gar aus der Bahn wirft: Es ist der E-Mail-Verkehr ihres Mannes Erik mit seiner Geliebten Dana. Gleichzeitig starr vor Entsetzen und von einer unbändigen, selbstzerstörerischen Neugierde getrieben, liest die Ehefrau die Korrespondenz ihres Mannes mit der Geliebten. Vom ersten bis zum letzten Satz. Nach dem ersten Schock: Wut, Verzweiflung, Mordlust, aber dann: Hilflosigkeit. Doch Rike fasst einen Plan. Sie wird diese Frau, die ihr Mann ihr zur Zeit vorzuziehen scheint, kennen lernen. Was jetzt beginnt, ist der ebenso komische wie verzweifelte Feldzug einer Frau, die ihren Mann zurückgewinnen will. Am Ende wird sie ihn zurückerobern, aber ob die beiden noch einmal glücklich werden?

Auf der Grundlage der pointierten, doppelsinnigen Dialoge der Autorin Laila Stieler ("Ein verlockendes Angebot", "Wohin mit Vater?") drehte Regisseurin Dagmar Hirtz ("Ich wollte nicht töten", "Sie ist meine Mutter") diese Tragikomödie, die tradierte Muster bricht und dabei auch die Grenzen des Selbstbetrugs in sämtlichen Filmfiguren spiegelt. Ob sich eine derartige Geschichte auch im Leben so zutragen würde, soll dahingestellt bleiben, denn der ungewöhnliche Ehespaß überzeugt dank der Hauptdarsteller: Das Ehepaar geben Mariele Millowitsch und Harald Krassnitzer, die Geliebte wird von Natalia Wörner verkörpert.

Foto: ZDF/Gordon Mühle