Gérard ist ein Mann in den Vierzigern, der sich weigert, erwachsen zu werden. Mit seinen zwei Ex-Frauen, seinem kleinen Sohn und zahlreichen Freundinnen hat er alle Hände voll zu tun, das aufwändige Beziehungsgeflecht am Leben zu erhalten. Orientierungslos und bar jeder Fähigkeit, eine Bindung einzugehen, wechselt er von einer Affäre zur nächsten, ohne dabei zu merken, dass er damit gerade die verletzt, die er am meisten liebt. Sophie, seine Ex-Frau und Mutter des gemeinsamen Sohnes Antoine, leidet darunter am meisten. Obwohl sie sich ein Leben mit Gérard nicht mehr vorstellen kann und bereits mit einem anderen Mann zusammenlebt, verbindet sie vor allem die Sorge um das Kind mit Gérard. Immer wieder erinnert sie ihn an seine väterlichen Pflichten, doch Gérard zeigt sich nur dann bei seinem Sohn, wenn ihm danach zumute ist...

Regisseur und Drehbuchautor Maurice Pialat, der 1991 mit "Van Gogh" von sich reden machte, blieb mit diesem dokumentarischen Drama buchstäblich zu Hause: Er filmte in seiner eigenen Wohnung und in der Bar, in der er zu frühstücken pflegt, und gab darüber hinaus seinem vierjährigen Sohn Antoine die Rolle des vom Vater vernachlässigten Sohnes. Bei den Dreharbeiten zu diesem autobiografischen Film erlebte Maurice Pialat noch einmal seine Zeit als rastloser Einzelgänger. Seit Pialat 1987 in Cannes für "Die Sonne Satans" die Goldene Palme erhielt, gilt er als Meister einer unprätentiösen und von einer unbestechlichen und genauen Beobachtungsgabe geprägten Erzählweise. In der Hauptrolle überzeugt Gérard Depardieu mit seiner scheinbar groben, dennoch aber sensiblen Spielweise. Seine starke physische Präsenz und seine unverblümte Sexualität verbindet Depardieu mit einer ebenso einfühlsamen wie beiläufigen Liebe zu den Frauen. Zur Kunst der Schauspielerei sagte er einmal: "Um ein guter Schauspieler zu sein, muss man seine weibliche Seite herauskehren. Man muss sein Macho-Gehabe vergessen und die darunter liegende Zärtlichkeit hervortreten lassen."