Der in Armenien geborene, 23-jährige Areg lebt mit seiner verwitweten Mutter Maria und seinem kleinen Bruder Garnik seit über zehn Jahren im idyllischen bayrischen Regensburg. Areg hat sich längst von seinen familiären Wurzeln gelöst und sieht Deutschland als seine Heimat an. Mit Sondergenehmigung - die Familie wartet noch auf die Einbürgerung - studiert er in München. Als seine Mutter ernsthaft erkrankt, ist Areg gezwungen, seine Freundin Lilly und sein Studium in München zurückzulassen, da er sich um seine Mutter und den Bruder kümmern muss...

Der 1976 im westfälischen Bielefeld geborene Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler Nuran David Calis ("Zehn wahnsinnige Tage", "Sektion - Die Sprache der Toten", "Die Liebe kommt als Untermieter"), Sohn armenisch-jüdischer Einwanderer aus der Türkei, setzt sich in seinem Regiedebüt nach eigenem Drehbuch mit dem Thema Heimat und dem Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen auseinander. Jeder seiner drei Hauptdarsteller hat eine andere Vorstellung von Heimat und Glück: Während der von Erhan Emre verkörperte Areg längst zu seiner neuen Heimat bekannt hat, lebt seine Mutter nach armenischer Tradition und würde lieber heute als morgen zurück. Der kleine Bruder hingegen stilisiert die ferne Heimat zu einer regelrechten Märchen- und Traumwelt. Das alles ist durchaus gut gespielt und einfühlsam inszeniert, doch es haben sich einige Längen eingeschlichen und die Figurenzeichnung wirkt oft recht holzschnittartig.

Foto: Movienet