Die obdachlose Melody (Lucie Debay) hat große Pläne: Sie möchte einen eigenen Friseursalon eröffnen, dazu benötigt sie allerdings eine gehörige Finanzspritze. Um ihrem Ziel näherzukommen, bietet sie sich der 48-jährigen britischen Managerin Emily (Rachael Blake) als Leihmutter an, da jene selbst nicht mehr schwanger werden kann.

50.000 Euro will Melody für ihre Dienste kassieren. Trotz ihres unterschiedlichen Backgrounds entwickelt sich mit der Zeit eine vorsichtige Freundschaft zwischen den Frauen. Aber in Melody reift eine weitere Bindung - zum ungeborenen Kind.

Moderne Thematik

Filmemacher Bernhard Bellefroid nähert sich einem Thema unserer Zeit, in dem er im Wesentlichen auf Paragrafenreiterei und juristische Konsequenzen verzichtet. Ihm geht es hauptsächlich um die Weiterentwicklung seiner Protagonistinnen, intensiv gespielt von Rachael Blake und Lucie Debay. Beide wurden beim World Film Festival in Montréal als beste Darstellerinnen ausgezeichnet.

Unprätentiös betrachtet der Regisseur nach seinem Drama "La régate" über Vaterschaft die Mutterrolle fast ausschließlich aus weiblicher Perspektive. Denn Männer haben in der kammerspielartigen belgisch-luxemburgisch-französischen Produktion wenig zu sagen.

In den Grundsätzen ist seine Erzählung, die er zusammen mit Carine Zimmerlin in ein Filmskript packte, nicht neu. Dass in Leihmüttern Gefühle für die Föten aufsteigen, hat man sowohl im Kino als auch im Fernsehen schon öfter gesehen.

Sehen Sie hier den Trailer zu "Melodys Baby":